Grünordnungsplan

Aus Wikifk5
Wechseln zu: Navigation, Suche

Allgemeines

Der Grünordnungsplan (GOP) als unselbständiger Bestandteil des Bebauungsplanes dient zur Umsetzung der Ziele des Naturschutzes im besiedelten Bereich. Ein Grünordnungsplan wird zu jedem Bebauungsplan von der Gemeinde in eigener Kompetenz aufgestellt. Er wird inhaltlich aus dem übergeordneten Landschaftsplan (dem landschaftsplanerischen Beitrag zum Flächennutzungsplan) abgeleitet und konkretisiert dessen Aussagen für das entsprechende Teilgebiet der Gemeinde. Der GOP hat die die Aufgabe, den Bebauungsplan vorzubereiten und zu ergänzen.

Mit der Grünordnungsplanung werden der Umweltbericht und eine Eingriff-Ausgleichs-Bilanzierung erstellt und die Maßnahmen zur Vermeidung, Minderung und Kompensation erarbeitet. Auch werden gestalterische Belange und Aspekte der Naherholung eingebracht.

Rechtliche Grundlagen

In Verbindung mit § 11 des [[Bundesnaturschutzgesetz]es [1] regelt in Baden-Württemberg der § 18 des Naturschutzgesetztes [2] im Abs. 3 die Aufgabe. Maßgeblich für die Aufstellung ist jedoch das Baugesetzbuch [3] in seinem 3. Abschnitt (Verbindliche Bauleitplanung); denn der GOP ist - wie die andern "grünen" Pläne innerhalb der Raumordnung - unselbständig. Das heißt, das Verfahren läuft mit dem des Bebauungsplanes und es werden nur die Teile des GOP rechtsverbindlich, die auch in den B-Plan übernommen werden.

Wenn z.B. der GOP eine bestimmte Stellung der Gebäude wegen klimatischer Aspekte und die Versickerung des Traufwassers auf dem Grundstück empfiehlt, diese Vorschläge aber nicht als Auflagen in den B-Plan kommen, muss sie auch kein Bauherr berücksichtigen. Das Instrument des in den Bebauungsplan integrierten Grünordnungsplans kann auch von der Gemeinde genutzt werden, um die Nichtbebauung und die Sanierung, Pflege und Entwicklung von Flächen zu regeln.

Ziele

Mit den Bebauungsplänen werden in den einzelenen Baugebieten die "ökologischen" städtebaulichen Ziele, wie sie im Baugesetzbuch und in den Landesbauordnungen definiert sind, verfolgt. Diese sind u.a. eine nachhaltige Entwicklung, der Umwelt- und insbesondere der Klimaschutz.

Inhalt

Die LANDESANSTALT FÜR UMWELTSCHUTZ BADEN-WÜRTTEMBERG nennt für die Grünordnung folgende Aufgaben, die behandelt werden:

  • „Auf der Grundlage landschaftsökologischer, sozialer, ökonomischer und technischer Erkenntnisse hat die Grünordnung die Aufgabe, naturräumliche und anthropogen beeinflusste Gegebenheiten zu untersuchen und zu bewerten. Dabei sind Auswirkungen der Nutzungsansprüche und Belastungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild aufzuzeigen. Besondere Beachtung erfordern in diesem Zusammenhang Freiflächenverluste durch Siedlungserweiterungen und Verkehrsanlagen sowie die Randzonen der Siedlungen und die Übergangszonen zwischen Flächen verschiedener Nutzungen;
  • Ein Ziel der Grünordnung muss sein, innerhalb des besiedelten Raumes die Wohlfahrtswirkungen des »Grüns« zu erhalten und zu fördern;
  • Die Funktionen der Freiflächen sind nachzuweisen und in ihrer Bedeutung darzulegen (z. B. Freizeit-Erholung, Schutzfunktionen, Kleinklima, Gestaltung des Orts- und Landschaftsbildes, Primärproduktion).
  • Die Belastbarkeit der Landschaft in bezug auf die vorgesehene Nutzung ist zu bewerten;
  • Zielkonflikte, hervorgerufen durch konkurrierende Nutzungsansprüche und Vorschläge zu deren Lösung sind herauszuarbeiten;
  • Nutzungsrangfolgen und Nutzungseinschränkungen sind darzustellen;
  • Der verschiedenartige gebietsspezifische Freiflächenbedarf für ökologische, gestalterische und erholungsbezogene Belange ist zu ermitteln und mit den Programmen anderer Fachplanungen abzustimmen;
  • Maßnahmen der Landschaftspflege, gegliedert nach Dringlichkeitsstufen sind in einem Maßnahmenkatalog verbunden mit einer Kostenschätzung zusammenzufassen.

Das Spektrum der Maßnahmen, die ein Grünordnungsplan vorschlagen und der Bebauungsplan verbildlich machen kann, ist sehr groß. So können z.B. Bepflanzungen nicht nur an Straßen, auch auf den Privatgrundstücken mit Geboten (z.B. mindestens ein hochstämmiger Obstbaum pro Grundstück ist zu pflanzen) und Verboten (z.B. es dürfen keine Nadelbäume gepflanzt werden) geregelt werden. Sehr oft werden Artenlisten mit zulässigen Bäumen und Sträuchern vorgegeben. Pflanzgebote können sich auch auf Wandberankung und Flachdächer beziehen.

Es kann z.B. auch verfügt werden, dass nur Rasensteine für Stellplätze zulässig sind, dass das Dachwasser auf dem Grundstück versickern muss oder nur Energieeinsparhäuser und solche mit Gasheizungen errichtet werden dürfen. Letztlich ist das Spektrum sehr weit reichend, in der Praxis jedoch von der Bauwilligkeit bzw. Zumutbarkeit geprägt, denn die Gemeinden wollen ja, dass gebaut wird, so dass man bei geringerer Nachfrage nicht zu viele Auflagen macht. (Du)

Links auf Beispiele, Arbeitsanleitungen, Broschüren u.ä.

Materialien zur GOP der LUBW

http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50040/?COMMAND=DisplayBericht&FIS=200&OBJECT=50040&MODE=METADATA und

http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50042/?COMMAND=DisplayBericht&FIS=200&OBJECT=50042&MODE=METADATA

Zu den Hauptthemen

Verschlagwortung