Landschaft

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Der Begriff Landschaft wird oft assoziiert mit „freier Natur“ oder einem Gebiet außerhalb der Siedlung. Man denkt an Wald- oder Berg- oder Seenlandschaften. Verschiedene räumliche Begriffe (Gebiet, Gegend, Raum) werden mit Charakterisierungen kombiniert, die von der Wahrnehmung, von Emotion und Kultur geprägt sind. An Stadt- und Industrielandschafen denkt kaum jemand, schon gar nicht an den Naturhaushalt.

Wikipedia definiert den Begriff der Landschaft als „ein geographisches Gebiet, das sich durch unterschiedliche Merkmale von anderen Gebieten abgrenzt“. Diese Eingangsdefinition - die dann umfassend im Sinne der Geografie vertieft wird - bleibt im gleichen Sinne allgemein.

Im Bertelsmann Universallexikon heißt es: „Ein Ausschnitt der Erdoberfläche, der durch vorhandene Geofaktoren und durch seine Lage bestimmt wird. Die ursprüngliche Naturlandschaft ist durch Einwirkung des Menschen weithin in eine Kulturlandschaft verwandelt worden.“ Diese Definition führt schon wesentlich tiefer in die wissenschaftliche Begriffsverwendung.

Dazu seien vier Definitionen zitiert:

  • „... Ausschnitt aus der Erdhülle, der nach seinem äußeren Bild und dem Zusammenwirken seiner Erscheinungen sowie den inneren und äußeren Lagebeziehungen eine Raumeinheit von bestimmtem Charakter bildet ...“ (BÜRGER K., 1935: Der Landschaftsbegriff. Ein Beitrag zur geogr. Erdraumerfassung. Dresdner Geogr. Studien 7)
  • „Landschaft ist das konkret, d. h. real vorhandene landschaftliche Ökosystem eines beliebig ausgedehnten räumlichen Ausschnitts der Geosphäre.“ (LESER H., 1976: Landschaftsökologie als hochschuldidaktischer Gegenstand. Beiheft Geogr. Rundschau 3: 64)
  • „Durch einheitliche Struktur (Naturausstattung und Landnutzung) und gleiches Muster von Wirkungsgefügen (Funktionsweise) geprägter Teil der Erdhülle.“ (BASTIAN, O. & K.-F. SCHREIBER (HRSG.), 1999: Analyse und ökologische Bewertung der Landschaft. 2. Aufl. Spektrum Heidelberg: 564)
  • „Nach Struktur (Landschaftsbild) und Funktion (Landschaftshaushalt) geprägter, als Einheit aufzufassender Ausschnitt der Erdoberfläche, aus einem Gefüge von Ökosystemen oder Ökotopen bestehend. Eine Naturlandschaft wird überwiegend von naturbedingten, eine Kulturlandschaft überwiegend von kulturbedingten Ökosystemen eingenommen.“ (Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege: Begriffe aus Ökologie, Umweltschutz und Landnutzung. Laufen 1991)

Analysiert man diese Definitionen hinsichtlich der Gemeinsamkeiten und Unterschiede, so fällt auf:

Es gibt immer eine Abgrenzung innen/außen, wenn auch nach unterschiedlichen Kriterien
BÜRGER betont die allgemeine Erscheinungsform, LESER da jeweilige Ökosystem. BASTIAN & SCHREIBER setzen beide Aspekte eher gleich und die ANL hebt den Grad der Natürlichkeit heraus.
Die Definitionen liegen immer im Spannungsfeld des Begriffspaares Struktur und Funktion (bzw. anders ausgedrückt: Erscheinungsbild und Naturhaushalt).
Wichtig ist die Rolle des Menschen (Natur-/Kulturlandschaft).

Als PlanerIn muss man sich bewußt sein, dass der Begriff der Landschaft, bzw. das, was man damit verbindet, in der Bevölkerung bzw. bei Entscheidungsträgern anders "besetzt" ist als in der Wissenschaft, in der es aber auch nicht die einheitliche Definition gibt. Festhalten kann man, dass es immer um einen Ausschnitt der Erdoberfläche mit all seinen Erscheinungsformen geht, der eine gewisse (nach oben offene) Größe besitzt und durch das Zusammenwirken der natürlichen Geofaktoren und die Aktivitäten der Menschen einen eigenen Chrakter in Struktur und Funktion besitzt. (Du)


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