Landschaftsfunktionen

Aus Wikifk5
Wechseln zu: Navigation, Suche

Funktionen hängen (außer in der Mathematik) mit Zwecken zusammen. Etwas, das nicht (mehr) funktioniert, kann seinen Zweck nicht erfüllen. Man kann auch von der gleichbleibenden Aufgabe sprechen.

Funktionen können sehr einfach sein, wie die eines Kippschalters, oder sehr komplex, wie die einer Marssonde oder des Gehirns. Die Gesamtheit mehrerer zweckmäßig ineinandergreifender Funktionen nennt man System.

Funktionen muss man vom Potential unterscheiden. Denn die Funktion ist eine realisierte Möglichkeit, die oft andere ausschließt. Ein begabter, intelligenter und fleißiger Mensch hat die Voraussetzungen oder die Möglichkeit - eben das Potential - viele Berufe zu ergreifen. Praktisch können die meisten aber nur einen oder (dann eher nacheinander als zugleich) sehr wenige Berufe auch erlernen und ausüben.

Mit diesem Bild des Berufes kann man auch die Landschaftsfunktion charakterisieren: Während das Landschafts- oder Naturraumpotential die Gesamtleistungsfähigkeit und Möglichkeit im ökologisch-systemaren Sinne charakterisiert, ist die Funktionen die zweckorientierte, isolierende Nutzungsbetrachtung. Eine lößbedeckte Ebene kann Buchenwald tragen, als Acker genutzt werden oder als Baugelände für einen Flugplatz dienen. - Aber eben nicht alles zugleich und in diesem Beispiel ausschließlich.

Der "Beruf" Baugebiet entzieht z.B. die Basis für die Funktionen Agrarnutzung, Erholung, Wassergewinnung, klimatischer Ausgleich, Arten- und Biotopschutz, auch wenn das Potential zuvor vorhanden war. Der "Beruf" Agrarnutzung kann je nach Art und Intensität mehr oder minder mit (Teil-)Funktionen oder "Nebentätigkeiten" als Erholungsraum, für Artenschutz, Klima, Grundwasserneubildung u.ä. verträglich sein.

Ökologisch gesehen, ist die Landschaftsfunktion also die reale bzw. geplante Nutzung der Landschaft, die vom gegebenen Naturhaushalt (dem Potential, das auch alternative Möglichkeiten bietet) abhängt.

Nach DURWEN, K.-J. (1996; Naturraumpotential, Standortskartierung und Landschaftsplanung. Arb. Inst. Landschaftsökol. 2, Münster: 25 S.) bzw. BASTIAN, O. & K.-F. SCHREIBER (1999; Analyse und ökologische Bewertung der Landschaft. 2. Aufl.: 564 S.) unterscheidet man in:

Funktion.jpg

(Du)


Zu den Hauptthemen


Verschlagwortung