Natur

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Einfach definiert, ist die Natur die Gesamtheit aller nicht vom Menschen geschaffenen bzw. geprägten belebten und unbelebten Dinge. Im Gegensatz dazu steht die Kultur als Begriff für alles, was der Mensch hervor gebracht hat bzw. bringt. In diesem einfachen und gegensätzlichen Sinne sind die rechtlichen Formulierungen etwa das Bundesnaturschutzgesetzes zu verstehen. Dies wird auch deutlich, weil oft und zur Differenzierung von "Natur und Landschaft" die Rede ist. Unsere heutigen Landschaften sind stark vom Menschen mitgestaltet, also nicht einfach ein Teil der Natur.

Tatsächlich ist das Verständnis von Natur deutlich vielschichtiger und von der Definition des Menschseins abhängig. Der von der europäischen Kultur geprägte Mensch nimmt sich - auch im religiösen Selbstverständnis - nämlich gerne als "Geistwesen" aus der Natur heraus. Er ist Subjekt, die Natur Objekt (das Entgegengestellte). Ohne dieses Selbstverständnis wäre die obige Definition der Gegensätze sinnlos. Die gelegentlich zu findenden Formulierungen von der "außermenschlichen Natur" hat eine gewisse Brückenfunktion.

Wie unklar die Begriffsabgrenzung ist, machen auch zwei andere Aspekte deutlich. Wenn der Mensch durch nicht gezügelte Kultur an die Grenzen der Naturbeherrschung stößt, so ist allenthalben von "Naturkatastrophen" die Rede, obwohl die Lawinen vielleicht abgehen, weil die Wälder für Skipisten gerodet wurden, und die Hochwässer durch Versiegelung, Gewässerbegradigungen usw. vorprogrammiert sind. Die gleiche Natur aber ist bis tief in die Werbung hinein ein emotionales Synonym für gut, schön und heil. (Du)



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