Natur und Landschaft

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"Natur und Landschaft" ist eine Formulierung, die insbesondere in Gesetzestexten und Überschriften vorkommt. So ist im Bundesnaturschutzgesetz immer wieder von Eingriffen in Natur und Landschaft, vom Schutz von Natur und Landschaft oder der Pflege von Natur und Landschaft die Rede. Auch im Baugesetzbuch, im UVPG oder den Raumordnungsgesetzen ist es nicht anders.

Im Grunde ist jedermann klar, was der Gesetzgeber damit meint, doch ganz logisch ist diese "stehende" Formulierung nicht. Denn Natur ist die Gesamtheit aller nicht vom Menschen geschaffenen bzw. geprägten Dinge, und als Landschaft bezeichnen wir gemäß einer Lexikondefinition einen Ausschnitt der Erdoberfläche, der durch vorhandene Geofaktoren und durch seine Lage bestimmt wird. Somit könnte man die Landschaft als räumlichen Ausschnitt der Natur definieren und "Natur und Landschaft" als Doppelung verstehen.

Doch sind heutige Landschaften in sehr starkem Maße durch Kultur geprägt. Somit kommt "durch die Hintertür" über dieses Landschaftsverständnis auch die Kultur zur Natur; denn zweifellos sollen z.B. auch Streuobstwiesen, Wacholderheiden und Heckenlandschaften erhalten und gepflegt werden.

Nun sprechen wir aber längst auch von Stadt- und Industrielandschaften. Sollen auch diese dem Naturschutzgesetz unterliegen? Ja, aber nun gewissermaßen im Ausschlussverfahren; nämlich nicht die Gebäude und Anlagen, sondern die verbliebene Natur in dieser Landschaft.

Offensichtlich will der Gesetzgeber mit der Formulierung "Natur und Landschaft" die belebten (konkreter: Pflanzen und Tiere; denn der Mensch hat ja juristisch eine Sonderstellung) und unbelebten natürlichen "Dinge" als Einzelerscheinungen und insbesondere die so genannten Schutzgüter) ebenso berücksichtigt wissen wie deren Gesamterscheinung in konkreten Räumen. Das sollte positiv angenommen werden, auch wenn die Formulierung rein sachlogisch nicht ganz schlüssig ist.(Du)


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