Schönheit

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Der Begriff der Schönheit ist im Dreiklang "Vielfalt, Eigenart und Schönheit" des Bundesnaturschutzgesetzes im Bezug auf die Landschaft bzw. das Landschaftsbild am schwierigsten fassbar. Das Empfinden von Schönheit ist überaus subjektiv. Da in einer „schönen“ Landschaft Vielfalt und Eigenart zusammenwirken, kann landschaftliche Schönheit als der übergeordnete Eindruck bezeichnet werden. Oftmals wird in Bewertungsverfahren das Kriterium Schönheit durch den Begriff Naturnähe ersetzt, die jedoch nicht identisch ist, denn Naturnähe bezieht sich auf eine nicht so stark vom Menschen dominierte Eigenentwicklung der Landschaft. Die Naturnähe wird mit zunehmender Überformung der Landschaft durch künstliche und technische Elemente immer geringer.

Man geht (juristisch) davon aus, dass schöne Landschaften entweder durch ihren Gesamteindruck ein Gefühl großer Harmonie vermitteln (etwa bei bäuerlich geprägten Mittelgebirgslandschaften) oder weil sie durch Kontraste oder bestimmte, meist ins Grandiose gesteigerte Einzelaspekte auf die Sinne wirken (z.B. Wasserfälle, Schluchten oder Küstengebiete).

In einem Gerichtsurteil heißt es: „Naturschutz und Landschaftspflege dienen demnach der Erholung des Menschen durch Naturgenuß; dieser wird im wesentlichen über optische Eindrücke vermittelt und spricht die menschliche Psyche an. Unter diesen Umständen kann das Recht des Naturschutzes und der Landschaftspflege auf die Verwendung unbestimmter Rechtsbegriffe, die (auch) eine Wertung nach optisch-ästhetischen Maßstäben verlangen, nicht verzichten.“ (NATUR UND RECHT 1994, S. 83). Das heißt, aus der relativen Unbestimmtheit der Rechtsbegriffe kann nicht eine faktische Abwertung der Aspekte des Landschaftsbildes abgeleitet werden. Wohl aber besteht, wie bei allen Schutzgütern, die Notwenigkeit der Bewertung. (Du)

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