Schutzgut Boden

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Allgemeines

Als Boden wird die obere, belebte Schicht der Erdkruste mit Kontakt zur Atmosphäre bezeichnet. Er besteht aus - je nach Bodentyp unterschiedlichen - Mineralen verschiedener Größen (Bodenart), organischen Stoffen (Humus) und Hohlräumen Poren), die mit Wasser oder Luft gefüllt sind.

Der Boden ist ein dynamisches System und dient als Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen. Er ist äußerst wichtiger Bestandteil der Ökosysteme. Seine Wasser-, Energie- und Nährstoffkreisläufe und seine Funktionen als Filter-, Puffer- und Stoffumwandler (insbesondere Mineralisation) prägen andere Schutzgüter.

Ohne Boden gäbe es keine land- und forstwirtschaftliche Nutzung und somit Nahrung für den Menschen. Er steht nur begrenzt zur Verfügung und ist nicht vermehrbar. Das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) [1] verlangt daher, dass die Leistungsfähigkeit und die natürlichen Funktionen des Bodens erhalten bleiben. Und gemäß Bundesnaturschutzgesetz sind die Böden so zu sichern, dass sie ihre Funktionen im Naturhaushalt erfüllen können.

Dennoch ist der Boden vielfältigen Eingriffen und Veränderungen ausgesetzt, insbesondere durch Überbauung. Dieser verharmlosend und wie in einer Geometrieaufgabe als "Flächenverlust" bezeichnete Prozess liegt allein in Deutschland - einem Land mit schrumpfender Bevölkerung - bei täglich über 100 ha [2].

Funktionen

Die wichtigsten aktiven Bodenfunktionen sind:

Hinzu kommen Funktionen als natur- und kulturhistorisches Archiv.

Die dem Boden ebenfalls zugeordneten Funktionen als Siedlungs- und Verkehrsfläche, für die Gewinnung von Rohstoffen, Ent- und Versorgung usw. sind keine eigentlichen Bodenfunktionen (gemäß Bodendefinition), sondern solche im Sinne von "Grund (und Boden)" und destruktiv.


Datenquellen (für Baden-Württemberg)

Kartenwerk Kurzcharakterisierung Nähere Informationen, Verfügbarkeit und Bestellmöglichkeiten
(Reichs-)Bodenschätzung
M 1 : 5.000
Eignungskarte für die landwirtschaftlich genutzten Standorte - Landwirtschafts- bzw. Finanzämter
Bodenschätzungskarte von Baden-Württemberg
M 1 : 10.000 (BSK 10)
Die BSK 10 basiert auf der Bodenschätzung. Sie enthält Grenzen und Klassenzeichen der Bodenschätzung, teilweise auch die Wertzahlen. - Landesamt für Geologie, Rohstoff und Bergbau Baden-Württemberg
Bodenkarte von Baden-Württemberg
M 1 : 25.00 (BK 25)
M 1 : 50.000 (BK 50)
Die BK zeigt die Verbreitung von Bodentypen (BK 25) bzw. von Bodengroßlandschaften (BK 50) mit Angaben zu Bodengenese, Bodenart, Ausgangsgestein und Relief. Im Erläuterungsheft sind physiko-chemische Bodenkennwerte sowie die Bewertung der Bodenfunktionen nach "Heft 31" aufgeführt. - Landesamt für Geologie, Rohstoff und Bergbau Baden-Württemberg
- Online im Internet:
LUBW: Themenpark Umwelt [Stand: Mai 2009]
Bodenübersichtskarte von Baden-Württemberg
M 1 : 200 000 (BÜK 200)
Die BÜK 200 zeigt die Verbreitung von Bodengesellschaften. Der engräumige Wechsel von Böden ist in Gesellschaften höherer Kategorien (Bodenregionen, Bodenlandschaften) und niederer Kategorien (Kartiereinheiten) zusammengefasst. Die Tabellarische Erläuterung zu den 6 Einzelkarten enthält Angaben zum Relief und Flächenanteil sowie zu Genese, Substrat, geologischer Herkunft, Bodeneigenschaften und physiko-chemischen Kennwerten und kartiereinheitsbestimmender Bodenformen. - Landesamt für Geologie, Rohstoff und Bergbau Baden-Württemberg
- Online in Internet:
Landesamtes für Geologie, Rohstoff und Bergbau Baden-Württemberg : Mapserver [Stand: Mai 2009]
Geotop-Kataster Geotope sind erdgeschichtliche Gebilde der unbelebten Natur, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde oder des Lebens vermitteln. Online im Internet:
- LUBW: Daten- und Kartendienst
-LUBW: Themenpark Umwelt [Stand: Mai 2009]
Forsteinrichtungswerk Betriebsplanung der Forstverwaltung. Im Forsteinrichtungswerk werden neben den natürlichen Grundlagen (Boden-, Wasserverhältnisse, ...) die Waldnutzung (Baumartenzusammensetzung, Bewirtschaftungsweise) beschrieben. - Forstverwaltung
Forstliche Standortskartierung
M 1 : 10.000 bis 1 : 25.000
Die Forstliche Standortkartierung untersucht die örtlich spezifischen Umweltfaktoren (v.a. Boden und Klima), die auf Wälder bzw. die dortige Pflanzenwelt wirken. - Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg; Abteilung Waldökologie
Flurbilanz
M 1 : 5.000
Die Flurbilanz gliedert sich in die Flächenbilanzkarte sowie die Wirtschaftsfunktionskarte.
Die Flächenbilanzkarte basiert auf der Reichsbodenschätzung sowie der Hangneigung. Sie stellt die standörtliche und ökologische Eignung der Flächen für den Landbau dar.
Die Wirtschaftsfunktionskarte wird auf Grundlage der Flurbilanz sowie der Größe und Lage der Grundstücke zum landwirtschaftlichen Betrieb erstellt. Diese Karte unterscheidet zwischen verschiedenen Vorrangstufen für den Landbau und ist dabei nicht nur ökologisch sondern vor allem nutzungsorientiert.
- Landwirtschaftsämter (handschriftliche Unikate)
Ökologische Standortskartierung
M 1 : 200.000
Die ökologische Standortskartierung wurde sowohl auf Walstandorten wie auch auf Acker- und Grünlandstandorten oder Standorten für Sonderkulturen durchgeführt. Sie stützen sich weitgehend auf die relativ konstanten Faktoren, speziell des Bodens, des Klimas und des Reliefs als bestimmende Ertragsgrößen und bietet somit auf einer großen Maßstabsebene gute Voraussetzungen zur Ermittlung des biotischen Ertragspotentials. - Durwen et al. (1996): Digitaler Landschaftsökologischer Atlas Baden-Württemberg


Arbeitshilfen, Leitfäden und Links

  • „Bewertung von Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit - Leitfaden für Planungen und Gestattungsverfahren“ (Umweltministerium Baden-Württemberg 2010, Heft Bodenschutz 23)

Mit der völlig überarbeiteten Neuauflage des früheren "Heftes 31" stellt das Umweltministerium Baden-Württemberg einen Leitfaden für die Erfassung und Bewertung von Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit und Schutzwürdigkeit bereit. Die Bewertung erfolgt dabei auf Grundlage der Daten der Bodenschätzung bzw. alternativ auf vielen umfangreichen Einzelparametern. Dabei wird zwischen den Bodenfunktionen „Lebensraum für Bodenorganismen“, „Standort für die natürliche Vegetation“, „Standort für Kulturpflanzen“ „Boden als Filter und Puffer für Schadstoffe“, „Ausgleichskörper im Wasserkreislauf“ sowie „Boden als landschaftsgeschichtliche Urkunde“ unterschieden.
Online im Internet: [3]

  • „Das Schutzgut Boden in der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung – Arbeitshilfe“ (Umweltministerium Baden-Württemberg 2006)

Speziell für die naturschutzfachliche Eingriffregelung hat das Umweltministerium ebenfalls eine Arbeitshilfe veröffentlicht. Dabei wird vor allem die Bewertung von Eingriffen in das Schutzgut Boden und deren Kompensation thematisiert.
Online im Internet: „Das Schutzgut Boden in der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung – Arbeitshilfe“ [Stand: April 2009]

  • Leitfaden zum Download vom Bayerischen Landesamt für Umweltschutz [4]
  • Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte [5]
  • Boden bei Wikipedia [6]
  • Umfassende Information der Uni Münster [7]
  • Schutzgut Boden im Umweltportal Sachsen [8]


(Ba) / (Du)

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