Schutzgut Wasser

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Allgemeines

„Das Schutzgut Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Sauberes Trink-, Oberflächen- und Grundwasser beeinflussen unsere Lebensqualität entscheidend.“ [1]. Im Wasserhaushaltsgesetz heißt es deshalb „Die Gewässer sind als Bestandteil des Naturhaushaltes und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu sichern. Sie sind so zu bewirtschaften, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Einklang mit ihm auch dem Nutzen einzelner dienen und vermeidbare Beeinträchtigungen ihrer ökologischen Funktionen unterbleiben“ (WHG § 1a (1)).

Für die Erfassung und Bewertung des Schutzguts Wasser kann das Wasserdargebotspotential betrachtet werden. Dieses stellt die Fähigkeit der Landschaft dar, Grund- und Oberflächenwasser in ausreichender Qualität und Quantität für die Ansprüche und Versorgung von Mensch, Tier und Pflanze nachhaltig zur Verfügung zu stellen. Dieses Wasserdargebotspotential hängt von unterschiedlichen Parametern ab. Im Hinblick auf das Grundwasser spielen vor allem die Deckschichtenmächtigkeit, -ausbildung und -durchlässigkeit, die Entfernung von der Grundwassererfassung sowie die potentiellen Grundwasserbeeinträchtigungen durch die verschiedenen Nutzungen eine wichtige Rolle. Für die Oberflächenwasser müssen Parameter wie die Nutzung der Gewässer, das natürliche Retentionsvermögen sowie die Strukturgüte erfasst und bewertet werden.


Wichtigste Datenquellen

Kartenwerk Kurzcharakterisierung Nähere Informationen, Verfügbarkeit und Bestellmöglichkeiten
Geologische Karte von Baden-Württemberg
M 1 : 25.000 (GK 25)
Die GK 25 vermittelt ein flächendeckendes Bild vom Aufbau des Untergrunds. Sie zeigt vor allem die Verbreitung der Gesteinsschichten an der Erdoberfläche, gibt Auskunft über deren Beschaffenheit und Alter sowie über Lagerungsverhältnisse und Störungen.
Im Erläuterungsheft stehen ausführlichen Beschreibungen u. a. zur Entstehung der Schichten sowie Ausführungen zu den Grundwasser- und Baugrundverhältnissen, nutzbarer Gesteinsrohstoffe und Böden.“
- Landesamt für Geologie, Rohstoff und Bergbau Baden-Württemberg
- Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg
Hydrogeologische Karte von Baden-Württemberg
M 1 : 50 000
Die Hydrogeologischen Karten behandeln den hydrogeologischen Bau und die hydrogeologischen Eigenschaften, den Grundwasserhaushalt, die Grundwasserdynamik, die Grundwasserbeschaffenheit und teilweise den Grundwasserschutz.
In einem ausführlichen Beiheft werden zusätzlich Ergebnisse von Detailuntersuchungen zusammengefasst und der vorliegende hydrogeologische Kenntnisstand über das Gebiet dargestellt.
- Landesamt für Geologie, Rohstoff und Bergbau Baden-Württemberg
Gewässerlandschaften Baden-Württembergs Gliederung der Fließgewässer Baden-Württembergs auf Grundlage typischer Strukturmerkmale in zwölf Gewässerlandscahften. Als maßgebliches Gliederungsprinzip werden die Eigenschaften der anstehenden Gesteinschichten herangezogen. Im Beiheft werden diese Gewässerlandschaften ausführlich charakterisiert. - Online im Internet, Stand Mai 2009: LUBW: Die Gewässerlandschaften Baden-Württembergs
Gewässerstrukturkarte Baden-Württemberg
M 1 : 50 000
Die Gewässerstrukturkarte Baden-Württemberg 2004 stellt den morphologischen Zustand der wichtigsten Fließgewässer in Baden-Württemberg, im Zeitabschnitt 2000 bis 2004 erfasst, in fünf Zustandsklassen dar. Die Bewertungseinheit besteht aus 1-Kilometer-Abschnitten Die Erfassung und Bewertung der Gewässerstruktur wurde nach einer Verfahrensempfehlung der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) auf der Grundlage der Übersichtskartierung vorgenommen. - Online im Internet, Stand Mai 2009: LUBW: Gewässerstrukturkarte
Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) Baden-Württemberg Karten zu Bestandsaufnahmen, zu Überwachungsprogrammen und Planungsgrundlagen sowie zu Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramm, die im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie für Baden-Württemberg erstellt wurden. - Online im Internet, Stand Mai 2009: LUBW: Zentraler Kartenservice
Hochwassergefahrenkarte Baden-Württemberg In den Hochwassergefahrenkarten werden vor allem die Überflutungsflächen und –tiefen, unterschieden nach verschiednen Wiederkehrintervallen (HQ10, HQ50, HQ100) dargestellt. - Online im Internet, Stand Mai 2009:

Umweltministerium Baden-Württemberg: Hochwassergefahrenkarten

Schutzgebiete Abgrenzung der Wasserschutzgebiete, Überschwemmungsgebiete und Quellschutzgebiete. - Online im Internet, Stand Mai 2009: LUBW: Daten- und Kartendienst
Forsteinrichtungswerk Betriebsplanung der Forstverwaltung. Im Forsteinrichtungswerk werden neben den natürlichen Grundlagen (Boden-, Wasserverhältnisse, ...) die Waldnutzung (Baumartenzusammensetzung, Bewirtschaftungsweise) beschrieben. - Forstverwaltung
Ökologische Standortskartierung
M 1 : 200.000
Die ökologische Standortskartierung wurde sowohl auf Walstandorten als auch auf Acker- und Grünlandstandorten oder Standorten für Sonderkulturen durchgeführt. Sie stützen sich weitgehend auf die relativ konstanten Faktoren, speziell des Bodens, des Klimas und des Reliefs als bestimmende Ertragsgrößen und bietet somit auf einer großen Maßstabsebene gute Voraussetzungen zur Ermittlung des biotischen Ertragspotentials. - DURWEN et al. (1996): Digitaler Landschaftsökologischer Atlas Baden-Württemberg


Arbeitshilfen, Leitfäden und Methoden für die Erfassung, Bewertung und Planung

Erfassung und Bewertung

  • Gewässerstrukturgütekartierung in der Bundesrepublik Deutschland – Übersichtsverfahren (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) 2004)

und Gewässerstrukturgütekartierung in der Bundesrepublik Deutschland - Verfahren für kleine und mittelgroße Fließgewässer (LAWA 2000) (Feinverfahren)
Die Gewässerstrukturgüte von Fließgewässern kann als Bewertungsgrundlage bei der Gewässerrenaturierung, bei der Gewässerentwicklungsplanung, bei der Bewertung von Gewässerentwicklungsmaßnahmen sowie bei der Bewertung von gewässerschädlichen Eingriffen verwendet werden. Die LAWA hat für die Gewässerstrukturgütekartierung zwei Arbeitshilfen veröffentlicht. Das „Übersichtsverfahren“, das vor allem der Erstellung bundes- und landesweiter Übersichtskarten dient, sowie das Feinverfahren für „kleine und mittel Fließgewässer“ für Planungen auf regionaler und lokaler Ebene. Beim „Übersichtsverfahren“ werden die Gewässer anhand neun Parameter, die durch Fernerkundungsmethoden erfasst werden, bewertet. Beim Feinverfahren werden 25 Strukturelemente (Einzelparameter) des Gewässers und seines Umfelds bei einer „Vor-Ort-Kartierung“ erfasst. Die indexgestützte Bewertung erfolgt anhand einer siebenstufigen Skala mit Hilfe einer schrittweisen Aggregation der Bewertungen der Einzelparameter über eine Bewertung von „funktionalen Einheiten“ zur Bewertung der sechs Hauptparameter (Laufentwicklung, Längsprofil, Sohlenstruktur, Querprofil, Uferstruktur und Gewässerumfeld) und führt letztendlich zu einer Gesamtbewertung der Gewässerabschnitte.

  • Gewässerstrukturkartierung in Baden-Württemberg – Feinverfahren (LUBW 2008)

Für die Gewässerstrukturgütekartierung wurden in Baden-Württemberg im Wesentlichen diese zwei von der LAWA empfohlenen Verfahren angewandt. Zur Umsetzung der WRRL und für die Gewässerstrukturkarte das Übersichtsverfahren der LAWA, sowie vor allem im Rahmen der Gewässerentwicklungsplanung das Feinverfahren. 2008 wurde darüber hinaus von der LUBW ein Handbuch veröffentlicht, in dem das von der LAWA erarbeitete Verfahren für die Gewässerstrukturgütekartierung kleiner und mittelgroßer Fließgewässer (Feinverfahren) an die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sowie an die spezifischen Verhältnissen Baden-Württembergs angepasst und optimiert wurde. Im Wesentlichen wird die Bewertungsmethode des Feinverfahrens der LAWA beibehalten. Jedoch werden lediglich 18 Einzelparameter erfasst und bei der Bewertung wird auf die Aggregation zu „funktionalen Einheiten“ verzichtet, es erfolgt eine Aggregation direkt von der Bewertung der Einzelparameter zur Bewertung der Hauptparameter.
Online im Internet: Gewässerstrukturkartierung in Baden-Württemberg – Feinverfahren [Stand April 2009]

  • Empfehlungen für die Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft in der Bauleitplanung sowie Ermittlung von Art und Umfang von Kompensationsmaßnahmen sowie deren Umsetzung (LfU 2005)

In den allgemeinen Bewertungsempfehlungen der LUBW wird eine Methode für die Bewertung des Schutzgutes Wasser vorgestellt. Bei der Bewertung wird zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser unterschieden. Für die Bewertung des Grundwassers gilt die Durchlässigkeit der obere grundwasserführenden hydrogeolgischen Einheiten als Hauptkriterium, als Nebenkriterium dient die Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung von Grundwasserleitern. Für die Bewertung der Oberflächenwasser wird das Verfahren zur Gewässerstrukturgütekartierung für kleine und mittelgroße Fließgewässer der LAWA empfohlen.
Online im Internet: Empfehlungen für die Bewertung von Eingriffen in Natur und Landschaft in der Bauleitplanung sowie Ermittlung von Art und Umfang von Kompensationsmaßnahmen sowie deren Umsetzung [Stand April 2009]

Planung

  • Weiter Arbeitshilfen

Darüber hinaus hat die LUBW eine Vielzahl von Publikationen zu Gewässern veröffentlicht, die wertvolle Hinweise für die Maßnahmenplanungen beinhalten. Beispielsweise ein „Handbuch zur naturnahen Umgestaltung von Fließgewässern“, „Leitlinien zur Maßnahmenplanung an Fließgewässern“ oder einen Leitfaden „Durchgängigkeit für Tiere in Fließgewässern“.
Online im Internet: Weitere Arbeitshilfen [Stand April 2009]


Links


Literatur

  • Dörhöfer, G. & V. Josopait (1980): Eine Methode zur flächendifferenzierten Ermittlung der Grundwasserneubildungsrate. Geologisches Jahrbuch C 27: 46-65.
  • Kaule et al. (1979): Konzept Landschaftsrahmenprogramm Baden-Württemberg, Teil C


Referenzen

  1. Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen [Stand: April 2009]


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